Das Island-Jahr 1996/97

 


 

Unternommen mit: Doris Wiederwald, Winterdurchquerung auf Schiern mit Stefan Lieb, alle Eisklettertouren Runar Karlson

 

Vortrag: „Island – Ein Jahr Inselträume“

 

Sponsor: Northland Professional

  


 

Bericht:

 

Nach meiner ersten Island Reise mit dem Rad im Sommer 1995 war ich vom Islandvirus infiziert. Ich wollte länger auf dieser Insel unterwegs sein, Islands Natur zu jeder Jahreszeit erleben, ich wollte Wandern, Bergsteigen und Radfahren, Skifahren und Eisklettern, wollte den dunklen und kalten Winter miterleben. Ich wollte ein Jahr auf Island verbringen.

Kurzer Hand entschlossen sich meine damalige Freundin Doris und ich, über unser Geographiestudium, ein Jahr in Reykjavik zu verbringen.

 

 

Angereist mit unserem damals 10 Jahre alten Puch G, durchstreiften wir im Sommer Island auf seinen unzähligen, teilweise kaum befahrenen, Pisten.

 

 

Im Laufe des Jahres durchquerten und umrundeten wir die Insel mehrfach, blieben bei unseren Fahrten hi und da im Schnee oder Schlamm stecken, kippten um und wurden beim Furten so manches Mal von den Wassermassen mitgerissen.

 

Wir lebten in Reykjavik, eine Stadt die für uns durch ihr schnelles Wachstum, ihre großen Strassen, modernen Bauten und vielen Menschen, nicht das Island widerspiegelte, das wir eigentlich suchten, doch trotzdem eine gewisse Atmosphäre und Anziehung auf uns ausübte.

 

 

Wir waren viel und fast ständig im Land unterwegs. Nicht nur mit dem Geländewagen, sondern vielmehr zum Trecken im Hochland, Bergsteigen und Radfahren.

 

 

Es wurde Herbst, die Tage wurden kürzer, der erste Schnee fiel und ich war ein letztes Mal mit dem Rad unterwegs und blieb auch prompt auf den Passstrassen im Schnee stecken.

 

 

Die kalte Jahreszeit war viel mehr die Zeit für Skitouren und vor allem zum Eisklettern. Island ist ein richtiges Eisfallparadies und sogar um Reykjavik fanden mein Kletterpartner Runar O. Karlson und ich jede Menge interessante Wasserfälle.

 

 

Der Winter war dunkel und oft unangenehm feucht. In Reykjavik regnete es mit unter aufgrund der maritimen Lage, und das Leben wurde langsamer und ruhiger.

 

 

Im Oktober/November der Jahres 1996 brach unter dem Vatnajökull, dem größten Gletscher Europas ein Vulkan aus und schmolz 3 km3 Eis das sich in einem subglazialen Reservoir der Grimsvöten sammelte…

 

 

…und in nur wenigen Stunden in Form eines mächtigen Gletscherlaufs abrupt in Richtung Süden abfloss und Brücken und Strasse zerstörte (maximaler Abfluss 24.000 m3/sec). Lange lagen auf den Sanderflächen unzählige aus dem Gletscher gerissene Eisblöcke, die langsam abschmolzen, und die für uns durchaus nicht nur Optisch ihren Reiz hatten.

 

 

Um Ostern wurden die Tage wieder angenehm lang und mein Bergsteigerfreund Stefan Lieb und ich brachen zu einer Nord-Süd Durchquerung Islands mit Skiern, von Akureyri nach Geysir auf. Anfangs kamen wir in böse Stürme und konnten uns nur mit GPS und Kompass orientieren.

 

 

Nach ein paar Tagen besserte sich jedoch das Wetter, wir kamen zügig voran und erreichten nach 10 Tagen das Gebiet von Geysir, wo unsere Tour zu Ende war.

 

 

Der Schnee schmolz nun schnell, die Zugvögel kamen nach Island zurück, Doris reiste nach Österreich und ich brach noch einmal in der Westfjorde auf. Einerseits zum Felsklettern, andererseits um die vielen Steilrinnen der Berge mit Skiern zu befahren.

 

 

Schnell wurde es immer sommerlicher, ich segelte mit Freunden in den Westfjorden und ich genoss meine letzten Wochen auf Island…

 

…und bald brach ich wieder in Richtung Fähre und Mitteleuropa auf. Das Islandjahr war zu Ende.

  


Seitenanfang

 

Home

kostenlose Counter bei xcounter.ch